Kernkompetenz
Mit der Ausstellung im Turm hatte Pro Natura Graubünden bereits ein starkes Zeichen für die Biodiversität gesetzt. Nun sollte dieser Impuls hinaus ins Schutzgebiet: Moor, Wald und Gletschertöpfe als Erlebnisraum, emotional, leise und wirksam. Der Weg soll nicht erklären, sondern bewegen.
Die Dramaturgie folgt der Heldenreise und dem Kampagnenzyklus nach Chris Rose. Sechs Stationen führen vom Staunen über das Fremde und die Empörung zur Einsicht, dass wir etwas tun können, zur Hoffnung und schliesslich zur Rückverbindung. Kurze Sätze und Fragen statt langer Erklärungen, etwa: «Was würdest du vermissen, wenn es das hier nicht mehr gäbe?» Der Weg lenkt die Gedanken, gibt aber keine Antworten vor.
Der Würfel steht für das vom Menschen Gemachte und verbindet alle Stationen zu einer erkennbaren Familie. Das Material spricht mit: Lärchenholz steht für die Natur, Beton und eine Baggerschaufel für den Eingriff. Die Texte sind zweisprachig in Deutsch und Italienisch ins Holz graviert.
Am Ende des Weges wird der Pakt geschlossen. Wer berührt wurde, kann sich direkt vor Ort ins Paktbuch eintragen, eine Patenschaft für das Schutzgebiet Maloja übernehmen oder Mitglied von Pro Natura werden. So wird aus einem Besuch ein Beitrag.
Poetische Impulse, natürliche Materialien und eine klare Dramaturgie: «Ein stiller Pakt» zeigt, wie Gestaltung Haltung stärken kann, ohne den Zeigefinger zu heben. Zwischen dir und dieser Landschaft.