Kernkompetenz
Megachile genalis nistet in den Stängeln des Riesen-Haarstrangs, sammelt Pollen an Disteln und baut ihre Brutzellen aus Brombeerblättern. Fehlt eines davon, fehlt alles. Gerade diese Abhängigkeit macht die kleine Biene zu einer grossen Geschichte über Lebensräume.
Gemeinsam mit der Wildbienen-Expertin Regina Lenz haben wir die Geschichte in ein kreislaufbasiertes Ausstellungskonzept übersetzt. Jede Station folgt einer Phase im Lebensjahr der Biene, von der Eiablage bis zur Winterruhe. Grossformatige Bilder und kurze, poetische Texte machen sichtbar, wie eng Pflanze, Tier, Landschaft und Mensch zusammenhängen.
Interaktive Elemente und ein eigener Kinderpfad laden zum Mitdenken ein: Quizkarten stellen Fragen, deren Antworten man erst beim Umdrehen erfährt. Für romanischsprachige Besuchende gibt es ein Handout auf Rätoromanisch.
Die Ausstellung kam so gut an, dass wir sie zur Wanderausstellung umkonzipiert haben. 2026 war «Nossa Mega» im Bogn Engiadina in Scuol zu Gast. Im Ortsmuseum Bergün entstand gleichzeitig eine neue Fassung: «Nossa Naira Mega» über die Schwarze Mörtelbiene, eine der grössten Wildbienen Europas.
Was als Ausstellungsprojekt begann, wurde zu einer Haltung: Gestaltung macht nicht nur sichtbar, was ist, sondern auch, was bleiben soll.